Mittwoch, 17.03.2010

Mirjams Paukenschlag

Die "Erfolgsgeschichte der Feministischen Theologie" wird in einer Ausstellung in Gelsenkirchen gezeigt. Ich habe an den Ausstellungs-, Flyer- und Pressetexten mitgearbeitet.

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Selbstbewusst und herausfordernd steht sie da, die trommelnde Frauenfigur, die auf Plakaten und Faltblättern zur Ausstellung „Mirjams Paukenschlag“ einlädt. Am 19. März wurde sie eröffnet, vom 21. März bis zum 25. April wird die Erfolgsgeschichte der Feministischen Theologie im Kulturraum FLORA in Gelsenkirchen gezeigt.

Die Künstlerin Claudia Lüke hat das Mirjam-Bild und die Ausstellung im Auftrag des Frauenreferats im Kirchenkreis Gelsenkirchen-Wattenscheid gestaltet und damit eine Idee von Pfarrerin Antje Röckemann umgesetzt. „Was Frauen seit den 70er Jahren in den Gemeinden und in der Wissenschaft bewegt haben, ist vielen Menschen gar nicht bekannt“, sagt die Pfarrerin. „Mit der Ausstellung wollen wir zeigen, dass und wie sie die Rolle der Frauen in den Kirchen, die Theologie und die Sprache in den Gottesdiensten verändert hat.“

Auf 18 Tafeln erfahren Besucherinnen und Besucher zum Beispiel, dass Frauen bereits vor 100 Jahren für den Zugang zum Pfarramt stritten, die erste ordinierte Pfarrerin war 1943 dann Ilse Härter. Studieren durften Frauen erst seit Beginn des letzten Jahrhunderts, Carola Barth war 1907 die erste Theologin, die promoviert wurde. Im Frauenstudien- und -bildungszentrum der Evangelischen Kirche gibt es seit 2004 ein Fernstudium Feministische Theologie. Der Weg dorthin war weit.
Die Ausstellung erklärt auch die eher theologischen Themen wie die Suche nach einem weiblichen Gottesbild oder das Bemühen um eine andere Sprache in Gottesdiensten. Immer stehen Frauen im Mittelpunkt, die diese Bewegung vorangetrieben oder als Wissenschaftlerinnen begleitet haben, wie die Amerikanerin Mary Daly mit ihrem berühmt gewordenen Satz „Wenn Gott männlich ist, uist das Männliche Gott“.
„Wir wollen der Bewegung der Feministischen Theologie viele Gesichter geben, sagt Antje Röckemann über die Idee der Ausstellung. „Denn es waren immer mutige Frauen, die die ersten Schritte gegangen sind und sich auf Neuland wagten.“
So erinnert die Ausstellung auch an den Südafrika-Boykott der Evangelischen Frauenhilfe in den 1980er Jahren, sie zeigt, wie sich die Feministische Theologie in der DDR entwickelt hat und dass es bis heute viele Initiativen gibt, in denen Christinnen, Musliminnen und Jüdinnen zusammenarbeiten.

Begleitet werden die Texte und Bilder auf den Ausstellungstafeln von großen und kleinen Pauken, die viele historische Daten zur Frauenbewegung in der Kirche dokumentieren.

Nach dem Auftakt in Gelsenkirchen wird „Mirjams Paukenschlag“ als Wanderausstellung durch Deutschland unterwegs sein. Erste Anfragen aus evangelischen Gemeinden und Frauenreferaten gibt es bereits.
In der Flora ist die Ausstellung bis zum 25. April von Sonntag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr zu sehen.

Der Ausstellungsflyer