Dienstag, 06.01.2009

Monika Hauser - Nicht aufhören anzufangen

Eine Ärztin im Einsatz für kriegstraumatisierte Frauen

„Ein Frauenprojekt in Bosnien? Haben Sie noch alle Tassen im Schrank?“ Diese Reaktion einer Hilfsorganisation ist nur eine von vielen, die Monika Hauser 1992 nicht davon abgehalten haben, das zu tun, was sie für richtig hielt: Den Frauen, die im Balkankrieg massenhaft und systematisch vergewaltigt werden, therapeutisch und medizinisch zu helfen. Die Frauenärztin Monika Hauser wird zur Aktivistin, sie mobilisiert Menschen, sie organisiert Geld, sie findet Mitstreiterinnen, sie kanalisiert ihre Wut.
„Nicht aufhören anzufangen“ erzählt ihre Geschichte und die der wachsenden Organisation medica mondiale. Die Autorin schreibt über Monika Hausers Familie, ihre Berufserfahrungen, über ihre unglaubliche Entschlossenheit, sie schildert die Arbeit der Frauentherapiezentren und Projekte in Bosnien, Afghanistan, Liberia und im Kosovo, Grenzerfahrungen der Therapeutinnen, Freude über politische Erfolge und das Entsetzen angesichts der Gewalt gegen Frauen.
Ein zutiefst beeindruckendes und erschütterndes Dokument, das keinen Zweifel daran lässt, dass der Alternative Friedensnobelpreis 2008 hier am richtigen Ort ist.

Chantal Louis, Monika Hauser – Nicht aufhören anzufangen. Eine Ärztin im Einsatz für kriegstraumatisierte Frauen, Verlag Rüffer & Rub 2008, 250 S., EUR 19,80